Literarisches Zürich

Rainer Bürgi-Näf

 

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Endlich - heisse Sommertage!

Nun sind sie also da - die heissen Sommertage, auf die wir gewartet haben. Und schon melden sich die ersten Stimmen, es sei soooo heiss...  Auch prominente Dichter haben sich diesem Thema angenommen, auf ganz verschiedene Art und Weise. C.F. Meyer wohnte am Zürichsee, was sich in diesem Gedicht schön widerspiegelt. Doch taucht man unter die Oberfläche, entdeckt der geneigte Leser, die geneigte Leserin eine ganz besondere Tiefe. In welcher Verfassung war wohl C.F. Meyer, als ihm "Schwüle" aus seiner Feder glitt - auf jeden Fall hat er ein ergreifendes Sommergedicht verfasst!

 

So wünsche ich denn allen einen schönen, heissen Sommer! Geniessen Sie ihn - wie alles, sind auch diese Tage vergänglich.


Schwüle

Trüb verglomm der schwüle Sommertag, 
Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag - 
Sterne, Sterne - Abend ist es ja - 
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang! 
Schilf, was flüsterst du so frech und bang? 
Fern der Himmel und die Tiefe nah - 
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe, liebe Stimme ruft 
Mich beständig aus der Wassergruft - 
Weg, Gespenst, das oft ich winken sah! 
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht. 
Es war Zeit! - ein schwaches Flimmerlicht. 
Denn ich wußte nicht, wie mir geschah. 
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah.

 

Meyer, Conrad Ferdinand (1825-1898)



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Kommentare: 2
  • #1

    Luis Matthes (Freitag, 03 Februar 2017 23:49)


    You really make it seem so easy with your presentation but I find this topic to be really something that I think I would never understand. It seems too complex and very broad for me. I am looking forward for your next post, I'll try to get the hang of it!

  • #2

    Rebecca Broder (Samstag, 04 Februar 2017 05:10)


    There is certainly a lot to find out about this topic. I really like all the points you've made.